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Als Angestellter bist du grundsätzlich versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Ein Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) ist nur möglich, wenn die Versicherungspflicht entfällt.
Dies ist der Fall, wenn dein regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt dauerhaft über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) liegt. Entscheidend ist dabei nicht nur dein aktuelles Einkommen, sondern auch die realistische Prognose für die Zukunft.
In der Praxis entstehen viele Fehlannahmen, weil nicht jedes Einkommen automatisch zur Berechnung der JAEG zählt. Typische Stolperfallen sind:
Gerade bei einem Einkommen, das nur knapp über der Grenze liegt, kann schon ein schwächeres Jahr dazu führen, dass wieder Versicherungspflicht in der GKV besteht. Dies sollte vor einem Wechsel in die PKV unbedingt berücksichtigt werden.
Ein großer Vorteil der privaten Krankenversicherung (PKV) für Angestellte ist der Arbeitgeberzuschuss. Auch bei einer PKV beteiligt sich der Arbeitgeber an den Beiträgen, ähnlich wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
Die wichtigsten Punkte:
Wichtig: Leistungsstarke oder entsprechend teure PKV-Tarife werden nicht automatisch zur Hälfte übernommen. Der Zuschuss hat eine klare Obergrenze. Gutverdiener zahlen in der GKV oft den Maximalbeitrag für Standard-Leistungen – ohne dass diese automatisch höherwertige Leistungen erhalten.
Besonders relevant wird der Arbeitgeberzuschuss bei:
Nicht jede Situation ist automatisch ideal für die private Krankenversicherung (PKV). Entscheidend ist weniger der heutige Beitrag, sondern die Frage der langfristigen Passung:
Passt die PKV zu meiner Lebensplanung?
Viele Angestellte bewerten die PKV primär über die Höhe des Beitrags – das greift zu kurz. Die PKV ist keine kurzfristige Optimierung, sondern eine langfristige Entscheidung für Leben mit strukturellen Folgen.
Aus unserer Beratungspraxis zeigt sich, dass die PKV besonders gut passt, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:
Vorteile in diesen Konstellationen:
Es gibt Konstellationen, in denen die PKV zwar möglich, aber kritisch zu prüfen ist:
Hier gilt: „PKV = schlecht“ ist nicht automatisch zutreffend, aber fehlende Planung oder falsche Annahmen können sich später rächen.
Die PKV ist nicht einfach die bessere GKV, sondern ein anderes System:
Die Krankenversicherung prüft deine Gesundheit vor Vertragsabschluss. Dabei fragt sie nach Vorerkrankungen. Anhand dieser Angaben schätzt sie dein Krankheitsrisiko ein. Je nach Risiko gibt es drei Möglichkeiten: Annahme des Antrags, Annahme mit Einschränkungen (z. B. höhere Beiträge oder ausgeschlossene Leistungen), Ablehnung des Antrags. Je schwerer die Vorerkrankungen, desto teurer wird die Versicherung. Ist das Risiko zu hoch, kann die Versicherung dich ablehnen.
Einer der größten Fehler beim Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) ist ein direkter Antrag ohne Vorbereitung.
Die bessere Vorgehensweise ist eine anonyme Risikovoranfrage. Dabei prüft die Versicherung vorab, wie dein Gesundheitszustand bewertet wird – ohne dass bereits ein Antrag gestellt wird.
Ein direkter Antrag auf die PKV ohne vorherige Risikovoranfrage ist riskant – oft unnötig nachteilig.
Die Entscheidung zwischen privater Krankenversicherung (PKV) und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) ist keine reine Kostenfrage, sondern eine Systementscheidung.
Die PKV bietet Angestellten oft deutlich bessere medizinische Versorgung, schnelleren Zugang zu Ärzten und Kliniken sowie mehr Wahlfreiheit.
Gleichzeitig erfordert sie bewusste Planung, vor allem wenn es um:
Wichtig: Ein Kind in der PKV kostet je nach Tarif, Leistungsniveau und Versicherungsgesellschaft in der Regel 120 bis 300 Euro pro Monat, da es keine kostenlose Familienversicherung gibt – dafür ist das Kind medizinisch deutlich besser abgesichert als in der GKV.